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Antifouling auftragen im Frühjahr

Es gibt 2 grundsätzliche Typen:

  1. Hart-Antifoulings meist mit PTFE-Zusätzen o.ä. für schnelle (Motor-) Boote
  2. Selbsterodierende "weiche" Antifoulings für langsamere Fahrzeuge

Für Segelboote kommen in der Regel nur die weichen Antifouling-Farben zur Anwendung. Bei dieser Art "nutzt" sich während der Fahrt immer die oberste Schicht ab. Eventuell vorhander Bewuchs wird dabei mit abgestreift. Die Farben müssen im Frühjahr bei Temperaturen oberhalb von 5°C gestrichen werden. Einige wenige Antifoulings halten zwei Jahre.

Es vertragen sich nicht alle Antifoulings untereinander. Der sicherste Weg ist, das gleiche Antifouling wie im letzten Jahr zu verwenden. Dann braucht normalerweise auch nicht angeschliffen zu werden, wenn die Reinigung des Unterwasserschiffes im Herbst sorgfältig erledigt wurde. Bei partiellen Verschmutzungen oder Anhaftungen genügt es, nur diese Stellen sauber zu schleifen. War die Funktion des Antifoulings nicht zufriedenstellend oder möchten Sie den Typ aus anderen Gründen, z.B.: Revierwechsel, ändern, fragen Sie am besten beim Hersteller des neuen Antifoulings nach, ob die Verträglichkeit gegeben ist. Bei dem Gußeisen-Kiel meiner Albin Accent (siehe Foto) bin ich folgendermaßen vorgegangen und habe ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt:

  1. An den betroffene Stellen den losen Rost mit einer Drahtbürste entfernen
  2. Handelsüblichen Rost-Umwandler auf die blanken Stellen
  3. Die Flächen anschließend großzügig mit Silberprimer des Antifouling-Herstellers zweimal streichen
  4. Den gesamten Kiel mit Antifouling behandeln

Ob eine oder zwei Schichten Antifouling aufgetragen werden, ist ein wenig eine Glaubensfrage. Ich würde bei einem kompletten Neuaufbau zwei Schichten streichen und in den Folgejahren nur eine. Ersten sparen Sie Kosten und zweitens ist eine zu starke Gesamtdicke mit den Jahren auch nicht gut, weil es dann zu Absplitterungen kommt. Hierdurch wird der Wasserwiderstand ungünstig beeinflusst und die nächsten Schichten haften nicht ausreichend. Dann muss alles runter. 

 

 Ambitionierte Regatta-Segler werden hier den gesamten Finnkiel mit der Flex abschleifen, spachteln und anschließend in der Reihenfolge wie oben vorgehen. Für den Fahrtensegler genügt aber die Variante ohne Winkelschleifer völlig aus, solange der Bewuchs in den Unebenheiten des Kiels in Grenzen bleibt.

 

 Gelcoat- Schäden ausbessern

Schnell ist es passiert! Eine Unachtsamkeit bei Ablegen oder die seitliche Windbö beim Anlegen zum falschen Zeitpunkt: Gelcoat-Schäden sind nicht nur reine Schönheitsfehler, sondern können mit der Zeit dazu führen, dass Feuchtigkeit in das darunter liegende Laminat gelangt und dort Schäden verursacht. 

Sie sollten also so bald wie möglich ausgebessert werden. Entsprechende Reparatur-Sets gibt es von namhaften Herstellern. Es stehen unterschiedliche Farbtöne zur Verfügung, die auch untereinander gemischt werden können. Es handelt sich meistens um 2-Komponenten-Werkstoffe, die mit einem Härter vermischt werden müssen.

 

Schmale Beschädigungen oder Risse müssen Sie zunächst V-förmig öffnen, damit die Reparaturmasse überhaupt eingebracht werden kann. Hierzu eignet sich am besten ein Dreikant-Schaber. Ist die Öffnung breit genug, wird die Stelle zunächst mit Sandpapier aufgeraut und anschließend gereinigt. 

Die Reparaturstelle + 1mm kleben Sie zu allen Seiten hin ab. Das dient erstens dazu, daß die angrenzenden Flächen nicht verschmutzt werden und zweitens, dass die später aufgetragene Masse etwas erhaben ist.

Die Masse wird im angegebenen Verhältnis langsam angerührt, damit keine Luftbläschen mit eingebracht werden. Danach drücken Sie das Gelcoat mit dem Spachtel gut in die Öffnung und ziehen Sie glatt. Auch hier darauf achten, dass keine Luftblasen eingeschlossen werden.

Unter Lufteinwirkung härtet das Gelcoat nicht aus. Deswegen muß die Stelle mit einer Folie luftdicht abgeklebt werden. Nach 2 Stunden ist das Gelcoat so weit ausgehärtet, dass Sie mit der Weiterverarbeitung beginnen können. Mit einer 120er oder 180er-Körnung arbeiten Sie zunächst Höhe heraus und glätten anschließend mit 1000er-Körnung. Polieren können Sie danach mit einer Polierpaste.

Das war´s schon! Nun kann keine weitere Feuchtigkeit eindringen und die Substanz Ihres Schiffes bleibt erhalten.

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Andre Schulz - Heidestrasse 49 - 59174 Kamen  |  andre@sailside.net